Securitas Sicherheitsmitarbeiter

KFZ-Kriminalität

Im Jahr 2014 wurden nach dem vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Bundeslagebild 34.653 Personenkraftwagen (PKW) als gestohlen registriert. Das sind drei Prozent weniger als 2013. Als auf Dauer entwendet wurden 18.549 PKW registriert. Das sind vier Prozent weniger als im Jahr zuvor und drei Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Bei rund 70 % der auf Dauer entwendeten PKW handelt es sich um Fahrzeuge deutscher Hersteller. Am stärksten belastet waren die Marken bestimmter hochwertiger Fahrzeuge. Abermals wurden in Berlin mehr PKW dauerhaft entwendet als in Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit dem höchsten Zulassungsbestand. Die Belastungszahl (bezogen auf je 100.000 zugelassene PKW des jeweiligen Herstellers) betrug 2014 im gesamten Bundesgebiet 41, in Berlin 357, in Bayern 11. In den östlichen Bundesländern ist wegen der im Osten Europas gelegenen Absatzmärkte eine erhöhte Belastung festzustellen. Allerdings sind die Zahlen in den östlichen Bundesländern rückläufig, dagegen in Hessen, Nordrhein-Westfalen und im Saarland gegenüber 2013 ansteigend. Diese Entwicklung könnte auf einen Verdrängungseffekt aufgrund des gestiegenen Kontrolldrucks zur Bekämpfung der KFZ-Kriminalität in den ostdeutschen Bundesländern hindeuten.

Im Jahr 2014 wurden 3.049 Sachfahndungstreffer zu deutschen KFZ-Ausschreibungen in anderen Schengenstaaten erzielt. Damit liegt die Zahl der Treffer zu deutschen Fahndungsnotierungen im Schengenraum rund fünf Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Treffer lassen wiedereinmal die Hauptverschieberoute über Polen in Richtung Osten erkennen.

Gesunken ist 2014 die Zahl der auf Dauer entwendeter Lastkraftwagen (LKW) (um elf Prozent auf 1.527). Die illegalen Absatzmärkte für gestohlene LKW liegen vorwiegend im Nahen Osten, in Osteuropa und Zentralasien.

Nach Angaben der fünf größten deutschen Autovermietungsunternehmen wurden im Berichtsjahr 881 Mietfahrzeuge entwendet – zumeist unterschlagen oder betrügerisch erlangt 0,5 Prozent mehr als 2013. Der Anteil der Sicherstellungen lag mit 70 Prozent unter dem Vorjahresniveau (74 Prozent).

Die internationale KFZ-Verschiebung werde von hoch qualifizierten, spezialisierten und arbeitsteilig vorgehenden Tätergruppierungen dominiert, zumeist aus Polen und Litauen, ist dem Lagebericht zu entnehmen. Die Überwindung von elektronischen Sicherungseinrichtungen, der Fahrzeugtransport, die Zerlegung der Fahrzeuge in Einzelteile, die Fälschung oder Verfälschung von Fahrzeugpapieren und Identifizierungsmerkmalen sowie der Absatz der entwendeten Fahrzeuge erfordern offensichtlich eine umfassende Logistik und verdeutlichen die hohe Professionalität der Täter. Der Transport der gestohlenen Fahrzeuge in die Absatzstaaten erfolgt durch Fahrzeugkuriere, die die gestohlenen Fahrzeuge oder entsprechende Transportfahrzeuge steuern, oder in Containern. In Südost- und Osteuropa sowie im Nahen und Mittleren Osten besteht ein anhaltender Bedarf an KFZ und Fahrzeugteilen. Ein wichtiger Transportweg für den Absatz im Nahen und Mittleren Osten sowie in Zentralasien führt durch die Türkei.

Eine grundlegende Änderung der Kriminalitätslage ist künftig nicht zu erwarten, da die wesentlichen Rahmenbedingungen (Erweiterung des Schengen-Raumes, technische Möglichkeiten zur Überwindung moderner KFZ-Sicherungseinrichtungen, gute Absatzmöglichkeiten) fortbestehen.

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