Securitas Sicherheitsmitarbeiter

Falschgeldkriminalität

Nach dem vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Bundeslagebild wurden im Jahr 2016 in Deutschland rund 75.500 (2015: ca.86.500) Falschgelddelikte polizeilich registriert. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber 2015 von 13 %.

2016 wurden in Deutschland 108.700 falsche Euro-Banknoten von der Deutschen Bundesbank registriert. Im Vergleich zu 2015 sind die Gesamtanhaltezahlen um 3 % zurückgegangen. Gegenüber 2013 haben sich allerdings die Anhaltezahlen mehr als verdoppelt. Die 50 Euro-Banknoten wurden mit einem Anteil von rund 58 % (2015: 50 %) sowie die 20 Euro-Banknoten mit einem Anteil von knapp 20 % (2015: 37 %) der in Deutschland registrierten Euro-Falschnoten am häufigsten angehalten. Dabei hat sich die Zahl der festgestellten gefälschten 20 Euro-Banknoten 2016 auf 21.500 fast halbiert. Ursächlich dafür dürfte die Einführung der neuen 20 Euro-Serie im November 2015 gewesen sein. Die Zahl der in Deutschland im Zahlungsverkehr angehaltenen 50 Euro-Kopiefälschungen mit Hologrammen aus China zeigt in den vergangenen Jahren einen stetigen Anstieg (2016: 16.700 gegenüber 1.200 im Jahr 2013). Insgesamt ist im Vergleich zum Umfang des in der EU im Umlauf befindlichen Bargelds (ca. 18 Milliarden Stücke) das Falschgeldaufkommen in Deutschland weiterhin als gering zu bezeichnen. Trotzdem kann die Falschgeldkriminalität das Vertrauen in die Sicherheit des Bargeldverkehrs beeinträchtigen.

Der Anteil der in Deutschland über das Internet verbreiteten Falsifikate an der Gesamtmenge kann nicht genau beziffert werden. Er dürfte bei über 30 % liegen. Das Internet ermöglicht die Abwicklung von Falschgeldgeschäften mittels digitaler Währung und die Vermeidung persönlicher Kontakte. Einzelne Tätergruppen sind in der Lage, die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten täuschend echt nachzuahmen, so dass die Falsifikate durch nichttechnische Prüfverfahren kaum noch von echten Noten zu unterscheiden sind. Im April 2016 wurde in Bulgarien eine Falschgelddruckerei ausgehoben, in der 100 Euro-Falsifikate hergestellt wurden. Auf diesen waren die Sicherheitsmerkmale so gut nachgeahmt, dass elektronische Prüfgeräte diese Fälschungen nicht zweifelsfrei erkennen konnten. Und aktuell werden Fälschungen der 500 Euro-Banknote mit ähnlich guten Sicherheitsmerkmalen in Europa verbreitet und – trotz sorgfältiger Prüfung – unerkannt in den Zahlungsverkehr eingebracht.

Es ist davon auszugehen, dass die Falschgeldkriminalität aufgrund der Stabilität des Euro auch zukünftig ein Betätigungsfeld krimineller Organisationen bleiben wird. Die Strafverfolgungsbehörden werden mit der Komponente Internet vor immer neue Herausforderungen gestellt. 

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