Securitas Sicherheitsmitarbeiter

Falschgeldkriminalität

Nach dem vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Bundeslagebild Falschgeldkriminalität wurden im Jahr 2015 in Deutschland rund 86.500 Falschgelddelikte polizeilich registriert. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber 2014 von 42 Prozent. Die Steigerung dürfte insbesondere auf den vermehrten Vertrieb des Falschgelds über illegale Online-Plattformen zurückzuführen sein.

Einerseits werden sogenannte „Napoli-Fälschungen" über Plattformen im Darknet verkauft. Diese Fälschungen werden im Bereich um Neapel hergestellt und unter anderem auch per Post nach Deutschland verschickt. Sie machen etwa 80 Prozent des Gesamtumfangs des in Deutschland sichergestellten Falschgelds aus. Andererseits werden auf Online-Marktplätzen einfache Kopiefälschungen, die mit Aufklebehologrammen versehen sind, angeboten. Auch Hologramme, Kopiervorlagen und fertige Falsifikate werden dort verkauft. Der Anteil dieser Fälschungen am gesamten Falschgeldaufkommen in Deutschland liegt bei mehr als 10 Prozent. Festgestellte Tathandlung war fast ausschließlich die Verbreitung von Falschgeld. Wie auch in den Vorjahren wurden nahezu ausschließlich Banknotenfälschungen festgestellt, in nur 1 Prozent der Fälle Fälschungen von Münzen.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 111.675 falsche Euro-Banknoten angehalten. Im Vergleich zu 2014 ist ein Anstieg der Gesamtanhaltezahlen um 48 Prozent zu verzeichnen. Dieser Wert liegt deutlich über dem Fünf-Jahres-Mittelwert (ca. 70.000). Die 50-Euro-Banknoten wurden mit einem Anteil von rund 50 Prozent sowie die 20-Euro-Banknoten mit einem Anteil von knapp 37 Prozent der in Deutschland registrierten Euro-Falschnoten am häufigsten angehalten. Bei den 20-Euro-Banknoten war ein Anstieg gegenüber 2014 um über 73 Prozent festzustellen. Die qualitativ hochwertigen Fälschungen stammen aus Ost- und Südeuropa, vornehmlich aus Italien. Dabei werden zur Täuschung geeignete Reproduktionen von Sicherheitsmerkmalen wie Hologramm, Mikroschrift, Sicherheitsfaden und der Spezialdruck für fühlbare Merkmale in zunehmend noch besserer Qualität imitiert. Die Möglichkeit, Fälschungen mit diesen verbesserten Sicherheitsmerkmalen zu erkennen, wird zunehmend geringer. Allerdings ist bei aufmerksamer Prüfung die Mehrzahl der Banknotenfälschungen auch weiterhin ohne technische Hilfsmittel zu erkennen.

Da der Euro als stabile Währung gilt und weit verbreitet ist, wird er auch zukünftig für Fälscher attraktiv bleiben. Im Vergleich zum Umfang des in der Europäischen Union (EU) im Umlauf befindlichen Bargelds (ca. 18 Milliarden Stücke) ist das Falschgeldaufkommen jedoch weiterhin als gering zu bezeichnen. Die Falschgeldkriminalität verursacht insofern keine signifikanten finanziellen Schäden, kann jedoch das Vertrauen der Bevölkerung in die Sicherheit des Bargeldverkehrs beeinträchtigen.

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